Die Bedeutung von Daten ist in der heutigen Geschäftswelt kaum zu überschätzen. In einer schnell wachsenden Anzahl von – teilweise unerwarteten – Bereichen werden digitale Informationen manuell oder automatisch generiert. Ein aktuelles Beispiel dazu: Daten von „intelligenten“ Abfallstationen werden an eine zentrale Datenbank übermittelt. Durch eine entsprechende Analyse lässt sich vorhersagen, wann sie entleert werden müssen, damit die Sammelrouten für eine erhöhte Kosteneffizienz optimiert werden können. Idealerweise erfolgt eine integrierte Betrachtung unter Einbezug anderer Informationsquellen, wie bspw. Personalplänen und der aktuellen Kapazitäten der Entsorgungs-LKWs.

Intelligente Geräte wie diese erzeugen erhebliche Datenmengen, die formatiert, kategorisiert und analysiert werden müssen. Bis 2020 werden schätzungsweise 30 Milliarden Geräte vernetzt sein. Diese «Datenexplosion» durch das sogenannte Internet of Things und unsere zunehmende Abhängigkeit von Informationen im Tagesgeschäft unterstreichen die Bedeutung einer effektiven Bewirtschaftung im Rahmen des Datenmanagements.

Doch zuerst – was verbirgt sich genau hinter diesem Begriff? Valion arbeitet mit einem Framework von DAMA (Data Management Association International), welches folgende Definition verwendet:

«Datenmanagement umfasst die Entwicklung, Durchführung und Überwachung von Massnahmen, Rahmenbedingungen, Programmen und Methoden, um den Wert von Daten und Informationen zu erschliessen, zu kontrollieren, zu erhalten und zu erhöhen.»

Dieses Framework umfasst insgesamt elf Bereiche, welche integral berücksichtigt werden müssen:

Abbildung 1: DAMA Datenmanagement-Framework

Angesichts der Komplexität und des breiten Spektrums erstaunt es also nicht weiter, dass in der Praxis viele Projekte zur Etablierung eines effektiven Datenmanagements scheitern. Nachfolgend zeigen wir Ihnen sechs zu berücksichtigende Grundsätze auf, um Ihre Initiative zum Erfolg zu führen.

 

  1. Schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis

Eine einheitliche Ausgangslage hinsichtlich Terminologie, Methoden und Best Practices ist von zentraler Bedeutung. Dabei müssen Sie jedoch das Rad nicht neu erfinden. Wir empfehlen Ihnen, ein bestehendes, herstellerunabhängiges Framework für Datenmanagement als Grundlage zu verwenden. Welches spezifische Framework Sie verwenden, ist von sekundärer Bedeutung – Hauptsache ist eine unternehmensübergreifende Leitlinie.

 

  1. Schätzen Sie die aktuelle Situation realistisch ein

Bewerten Sie den Reifegrad Ihres Datenmanagements anhand eines etablierten Modells (bspw. CMMI Institute oder DAMA). Die Ergebnisse dienen als gemeinsame Grundlage für Diskussionen und schaffen ein Bewusstsein hinsichtlich der Handlungsnotwendigkeit sowie des ressourcenbezogenen Umfangs der Initiative. Aus der Analyse lässt sich ein Massnahmenpaket von Quick Wins bis hin zu umfangreichen Teilprojekten ableiten und priorisieren.

 

  1. Verankern Sie den Nutzen der Initiative

Zeigen Sie die Zielsetzungen der Datenmanagement-Initiative und deren Kompatibilität mit der Geschäftsstrategie auf. Ohne konkreten Nutzen für das Unternehmen scheitert die Initiative aufgrund fehlender Finanzierung oder mangelndem Engagement der Beteiligten. Argumentieren Sie mit konkreten Beispielen, da sich der exakte ROI in solchen Fällen oft schwierig berechnen lässt. Zeigen Sie auf, wie besseres Datenmanagement bspw. die Effizienz durch die Reduktion manueller Arbeit oder die Vermeidung häufiger Fehlerquellen befähigt.

 

  1. Definieren Sie klare Rollen

Obwohl die Implementierung von Datenmanagement als Projekt startet, wäre es falsch zu glauben, dass Datenmanagement eine einmalige Anstrengung ist. Erstellen Sie einen genauen Umsetzungsplan für die Überführung des Projektes in den Betrieb und ziehen Sie die Linie zunehmend in die Verantwortung. Achten Sie darauf, Rollen mit entsprechenden Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten für die verschiedenen Governance-Bereiche zuzuordnen. Durch den hochtechnologischen Aspekt der Initiative wird der IT-Abteilung zwangsläufig eine zentrale Rolle in der Umsetzung und im operativen Betrieb zukommen. Vergessen Sie dabei aber nicht die Mitarbeiter – diese verstehen die Daten, mit denen sie täglich arbeiten, oft am besten und sollten daher integraler Bestandteil des Datenmanagements sein.

 

  1. Gehen Sie schrittweise vorwärts

Widerstand gegen Veränderung, bspw. aufgrund des fehlenden Verständnisses der Thematik und Notwendigkeit, ist eine der primären Herausforderungen. Seien Sie sich bewusst, dass die Vorteile des Datenmanagements nicht immer für alle offensichtlich sind. Formulieren Sie daher quantifizierbare und messbare Ziele und versuchen Sie, Fortschritte kontinuierlich und anhand konkreter Beispiele aus dem operativen Alltag zu kommunizieren. Gehen Sie in kleinen, aber stetigen Schritten vorwärts, damit Sie nicht an zu grossen Hindernissen den Schwung verlieren.

 

  1. Nutzen Sie den Werkzeugkasten Ihres Unternehmens optimal

Bauen Sie auf bestehenden Kompetenzen auf, identifizieren Sie Lücken zwischen den gegenwärtigen und den erforderlichen technologischen Fähigkeiten zur Erreichung Ihrer Zielsetzungen und befähigen Sie das Unternehmen allenfalls mit entsprechenden State-of-the-Art Tools. Denken Sie jedoch auch daran, dass die Anforderungen nicht für alle Geschäftsmodelle die gleichen sind und dass nicht sämtliche Datenmanagement-Herausforderungen mit Technologie gelöst werden können. Diese kann unterstützend wirken, bildet aber nur einen Teil der Lösung. Der zentrale Aspekt des Datenmanagements ist das betriebliche Engagement und das Verständnis dafür, wie sich die Behandlung von Daten auf das operative Geschäft auswirkt.

 

Mit der Berücksichtigung dieser sechs Punkte sollten Sie eine gute Grundlage haben, um ein erfolgreiches Datenmanagement-Programm zu initiieren, zu betrieben und das maximale Nutzenpotenzial Ihrer Daten in die Geschäftsprozesse einzubringen. Für weitere Informationen darüber, wie die Valion Sie bei Ihren Herausforderungen im Datenmanagement unterstützen kann, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.

Dominik Gubelmann

Dominik Gubelmann

Senior Consultant

 dominik.gubelmann@valion.ch

Kevin Gygax

Kevin Gygax

Projektleiter

 kevin.gygax@valion.ch

Thomas Schaffner

Thomas Schaffner

Partner

 thomas.schaffner@valion.ch

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