Die Vorteile von Microservices und dem Einsatz von guten APIs sprechen für sich. Insbesondere überzeugen die Reaktionsgeschwindigkeit, wenn ein Microservice an einem veränderten Prozess angepasst oder die Einfachheit, wenn ein neuer ergänzender Service nahtlos in die Systemlandschaft integriert werden muss. Eine kleine Auffrischung zu Microservices und deren Stärken finden Sie auch in einem unserer vorherigen Blogbeiträge zum Thema Microservices.

Um sich perfekt an den Bedürfnissen und Prozessen des Business auszurichten, muss als Ziel ein Netzwerk von perfekt ineinander passenden Microservices angestrebt werden. Leider ergibt sich selten die Chance, eine Systemlandschaft komplett neu aufzubauen und sich von Anfang diesem Paradigma zu verschreiben. Stattdessen sind oft riesige, historisch gewachsene Kernapplikationen die tägliche Realität, die aufgrund der Komplexität nur schwer mit neuen Funktionalitäten ergänzt werden können.

In diesem Blogbeitrag gehen wir darauf ein, wie Sie sich von diesem Riesen lösen und Schritt für Schritt in Richtung einer hochflexiblen Zwergenstadt, bestehend aus Microservices, mit einem geschrumpften Monolithen im Zentrum, bewegen können.

 

Grundvoraussetzungen schaffen

Um ein Ökosystem aus Microservices überhaupt aufbauen zu können, muss der Betrieb einen gewissen Grad an „Operational Readiness“ aufweisen. Wichtig sind vor allem die Möglichkeit der „Continuous Delivery“, um neue Services unabhängig bauen, testen und installieren zu können. Weiter braucht es die Fähigkeit eine verteilte Architektur zu betreiben und zu überwachen, sowie auch die erstellten APIs zu managen. Dazu finden Sie auch in einem früheren Blogbeitrag detailliertere Ausführungen.

 

Die ersten Zwergen-Schritte

Mit diesen Voraussetzungen kann der erste Microservice gebildet werden. Wir empfehlen Ihnen, eine Funktion im Riesen zu wählen, die möglichst isoliert, einfach und unabhängig vom Rest des Riesen existiert. Diese kann als kleines „Grüne Wiese“-Projekt betrachtet werden, in dem alle Beteiligten Wissen aufbauen und Erfahrungen im Umgang mit Microservices sammeln können.

 

Grundprinzip: Die Zwerge lassen den Monolithen in Ruhe

Einer der grossen Vorteile von Microservices sind die schnellen und voneinander unabhängigen Release-Zyklen. Diese sind nur so lange schnell und voneinander unabhängig, wie Anpassungen an dieser Zwergenstadt nicht gleichzeitig Anpassungen am langsamen, trägen Monolithen erfordern. Daher sollte es ein Grundprinzip sein, die Abhängigkeit zum Monolithen so klein wie möglich zu halten.

 

Zerlege den Riesen und identifiziere die Gebäude der Zwergenstadt

Irgendwann kommt man nicht mehr darum herum und möchte Teile vom Riesen entkoppeln. Dies ist meist eine aufwändige und anspruchsvolle Aufgabe. Daher sollte der Aufwand der Entkopplung mit dem gestifteten Nutzen, der schnelleren Umsetzung und der flexibleren Erweiterung des Funktionsumfangs abgewogen werden. Entkoppeln Sie deshalb Funktionalitäten, die jetzt und zukünftig häufigen Änderungen unterliegen. Arbeiten Sie mit dem Fachbereich zusammen, um Kern-Prozesse und Funktionalitäten zu identifizieren, welche besonders viel Beachtung erhalten müssen und Ihnen besonders wichtig sind. So stellen Sie sicher, dass Sie den Vorteil, welcher aus dem Einsatz von Microservices folgt, maximieren und den Aufwand in einem sinnvollen Rahmen halten können.

 

Der geschrumpfte Riese bleibt als Monolith Teil der Zwergenstadt

Die Kernapplikation soll oder muss nicht zu hundert Prozent durch Microservices abgelöst werden. Vielmehr sollen nur die Komponenten extrahiert werden, bei denen es sinnvoll und mehrwertstiftend ist, wenn sie durch Microservices ersetzt werden. Funktionalitäten oder auch Daten-Assets, die nahezu keine Änderungen erfahren, können durchaus im „alten“ Riesen als Teil des Monolithen bestehen bleiben. Dadurch kann das Potenzial von Microservices optimal genutzt werden und Aufwand und Ertrag stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander.

 

Sind auch Sie daran interessiert die Vorteile von Microservices in Ihrem Betrieb optimal zu nutzen und sich von schwerfälligen Kernapplikationen, bei denen jede Änderung mit hohen Kosten und langsamen Release-Zyklen verbunden ist, zu lösen? Dann unterstützen wir Sie als Experten im Thema Applikationsintegration und API Lifecycle Management gerne in Ihrem Vorhaben, Microservices erfolgreich in Ihre IT-Landschaft zu integrieren.

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Charlotte Bachmann

Charlotte Bachmann

Senior Technical Consultant

 charlotte.bachmann@valion.ch

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