And the winners are…

Es freut uns sehr, in diesem Jahr gemeinsam mit der SBB Division Infrastruktur den Process Solution Award gewonnen zu haben! Dieser Award wird durch die gfo Gesellschaft für Organisation an Unternehmen/Organisationen vergeben, die innovative und mustergültige Lösungen für prozessorientierte Organisationsgestaltung und gelebte bzw. digitalisierte Prozesse erfolgreich umgesetzt haben.

In der Kategorie „Prozessorientierte Reorganisation, Prozessoptimierung, Prozesssteuerung“ wird nun also im Jahr 2020 das gemeinsame Projekt der SBB Division Infrastruktur und der Valion AG ausgezeichnet. Wir freuen uns darauf, den Award mit der SBB Division Infrastruktur am 1. gfo-Online-Symposium entgegenzunehmen.

Sie haben die Möglichkeit, beim 1. gfo-Online-Symposium vom Montag, 23. November 2020 ab 16.00 Uhr und somit bei der Verleihung der Process Solution Awards 2020 live dabei zu sein! Melden Sie sich hier für die kostenlose Zoom-Session an:

 

Process Solution Award 2020

Im Vorfeld zur Award-Verleihung durften wir mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Meinecke ein Interview führen. Er ist Vorstandsmitglied der gfo Gesellschaft für Organisation, leitet das 1. gfo-Online-Symposium 2020 und hat uns exklusiv erzählt, worauf sich die Teilnehmenden freuen dürfen:

Welcher Nutzen und welche Impulse können über den Process Solution-Award an die Zuhörer/innen vermittelt werden?

Wir vermitteln anhand konkreter Beispiele den Gedanken, dass eine ganzheitliche prozessorientierte Führung der Organisation die Grundlage bildet, um nachhaltig Wettbewerbsvorteile aufzubauen oder zu erhalten. Neben der technischen Lösung braucht es auch eine konzeptionelle und unternehmenskulturelle Logik. Die Unternehmen sollen ermutigt werden, verstärkt in dieser Kategorie zu denken. Damit vermitteln wir zwei Aussagen:

  • Die Summe der Geschäftsprozesse steht im Dienste der Umsetzung der Geschäftsstrategie und hat die Hauptaufgabe, die angestrebte Kundenzentrierung umzusetzen. Damit ist gleichzeitig die Aussage verbunden, dass eine singuläre Prozess-Optimierung von Organisationseinheiten nicht zwingend die Optimierung des Gesamtsystems impliziert.
  • Prozessverantwortung ist die zentrale Führungsaufgabe in Organisationen. Dokumentierte Prozesse implizieren nicht, dass nach Prozessen geführt wird. Personen mit Prozessverantwortung müssen dementsprechend genauso mit Kompetenzen und Ressourcen ausgestattet werden wie Linienverantwortliche. Prozessverankerung braucht Zeit und Führungsdruck.

Aus einer praxisorientierten Sicht interessiert das Aufzeigen von sogenannten Tipping Points. Das sind Zeitpunkte in einem Reorganisationsprojekt, in welchen die Unterstützung für das Reorganisationsvorhaben durch Schlüsselpersonen erzielt werden kann, weil die positiven Effekte genügend konkret, einleuchtend und greifbar werden. Spannend ist es aufzuzeigen, wie in der Praxis diese Tipping Points möglichst schnell erreicht werden.

Interessant ist auch das Aufzeigen der Bedeutung der Prozesslandkarte zur Abstimmung unterschiedlicher Vorstellungen bezüglich des Zielzustandes sowie zur Kommunikation des Soll-Bildes an die Mitarbeitenden.

 

Auf welche spannenden Aussagen zu Trends in der Organisationsentwicklung kann sich ein/e Zuhörer/in am ersten gfo Online-Symposium freuen?

Die gfo stellt eine Diskussionsplattform zur Verfügung, in welcher Entwicklungstendenzen und Trends in der Organisationsentwicklung kritisch hinterfragt werden. Ich freue mich insbesondere auf die Beleuchtung folgender Aspekte:

  • In der Community wird die Aussage gehypet, dass alle Unternehmen Agilität als Kernfähigkeit implementieren müssen, um erfolgreich zu sein. Wir sind aktuell aus meiner Sicht auf dem Peak der inflationären Erwartungen angekommen, was Agilität zu leisten vermag. In bestimmten Bereichen ist diese Kernfähigkeit unbestritten wichtig. Ist es jedoch ein glückselig machendes Universalprinzip, das uns generell organisationale Fragestellungen löst?
  • Wie gelingt es Arbeitgebern, die Erwartungen punkto Arbeitsformen und Arbeitsplatzgestaltung wieder stärker zu prägen? Die Thematik «New Work Environment» ist ein integraler Bestandteil einer prozessorientierten Organisation und müsste dementsprechend vermehrt aus dieser Perspektive aktiv gestaltet werden.

 

Was hat Ihnen respektive der Jury besonders am eingereichten Praxisfall «SBB Infrastruktur» gefallen?

Erstens wurde der strukturierte Top-Down-Ansatz, wie man strategische Ambitionen in einen prozessorientierten Kontext bringt, klar und deutlich zum Ausdruck gebracht. Ich freue mich auf die Darstellung des Zusammenhangs zwischen der strategischen Ambition und der Implikationen auf die Prozesslandkarte sowie Aufbauorganisation.

Zweitens hat uns begeistert, wie die Bedeutung der Verankerung der Prozessorientierung bis auf Ebene Mitarbeitende – und damit die Transformation der Unternehmenskultur – von der SBB Infrastruktur und der Valion AG angegangen und umgesetzt wurde. Mir imponiert die pragmatische, auf einfache Botschaften ausgerichtete Organisationsentwicklung, die auf den vergleichsweise langen Zeitraum von fünf Jahren angesetzt ist.

 

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Meinecke, Vorstandsmitglied gfo, 13.11.2020

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